Mittwoch, 11. November 2009

Herbst-Winde


Manchmal stolpert man beim Blättern durch antiquarische Bücher über allerlei Kurioses... So auch heute. Fündig wurde ich im altehrwürdigen ABC der Küche von Hedwig Heyl. Dort stieß ich auf folgende Übersicht:



Mist, jetzt macht Blogger mir einen Strich durch die Rechnung! :-( Wenn man aber auf's Bild klickt, wird es größer und leserlicher. Die Überschrift dieser Tabelle sagt aber eigentlich schon alles: "Graphische Darstellung der bei verschiedenen Speisen entwickelten Gasmengen"
Derartige Hinweise findet man in heutigen Kochbüchern gar nicht mehr, dabei wäre das doch z.B. bei Themen wie "Kochen für Gäste" oder auch "Kochen für Verliebte" oder "Wie koche ich mir meine Schwiegermutter vom Hals" wirklich praktisch. Hat man die womögliche ungeliebte unbeliebte Schwiegermutter vor aller Augen zum Knattern gebracht, wird der nächste Besuch wohl nicht so bald folgen... *g*


Ganz oben auf der Liste stehen Nüsse, Geflügelfüllung und Maisbrei. Wie man daraus (falls gewünscht) ein schmackhaftes Mahl zaubert?? - Keine Ahnung.
Aber die ganze Sache hat mich ja doch ein wenig neugierig gemacht. Ganz seriös wird die "Sache mit den Gasen" bei Wikipedia erklärt. Allerdings werden hier ganz andere Auslöser genannt, u.a. Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte oder Eier. Bei Frau Heyl gehören Eier übrigens zu den Lebensmitteln, bei denen es "keine Gasbildung" gibt...






Passend hierzu ein paar Buchempfehlungen:












Übrigens: Wer sich für das Thema begeistert, dem empfehle ich einen Umzug nach Oberbayern - und zwar hierhin. :-)

Samstag, 24. Oktober 2009

Dafür stehe ich mit meinem Namen...



Heute haben wir eine neue Reihe aus dem Hause Parragon hereinbekommen. Die Bücher von diesem Verlag sind ganz nett gemacht und meist zum Schnäppchenpreis zu haben. Und nun gibt es einen besonderen Clou: die neuen Bücher stehen unter der (verkaufsfördernden) Überschrift "Eckart Witzigmann präsentiert..."


Bislang sind sechs Titel erschienen:
- Asiatische Köstlichkeiten
- Frisch aus dem Meer
- Suppen
- Backen
- Kartoffelgerichte
- Nudelgerichte


Die Rezepte in den Büchern sind aber die ganz normalen Zubereitungen, die man auch in den (geschätzten) 115 anderen Parragon-Kochbüchern finden kann. Einziger Unterschied: Eckart Witzigmann lacht huldvoll vom Cover und beglückwünscht im Vorwort den Leser, dass er sich zum Kauf eines Kochbuchs entschieden hat.


Hm, wo Witzigmann draufsteht ist eben nicht unbedingt Witzigmann drin... Ich find das irgendwie fragwürdig...

Stars & Sterne


Viele Köche greifen ja nicht nur zum Kochlöffel zur Kochzange sondern auch zum Schreibgerät, um ihre Rezept-Kreationen der breiten Masse der Hobbyköche, Kollegen, Kochbuchfans, ... zugänglich zu machen. Im Zuge des Buchmesse-Termins gab es natürlich auch zahlreiche Neuerscheinungen. Hier ein paar davon:



Mario Gamba hat das 15jährige Bestehen seines Münchener Restaurants Acquarello zum Anlass genommen, die "Neue Cucina del Sole" zu veröffentlichen. Rezepte, viele Fotos und Zitate und Texte von Mario Gamba (z.B. "Meine Italianità" oder "Was ist Genuss?") geben auf 270 Seiten einen Überblick über Gambas Küche.















Die etwas exotisch anmutende Verschmelzung von spanischer und österreichischer Küche findet man in "Austro Tapas". Der Journalist Christoph Wagner und die beiden österreichischen Köche Toni Mörwald und Jörg Wörther haben die Tapas (bzw. das dazugehörige Prinzip der kleinen, aber feinen Speise) "österreichisiert". Und so gibt es dann "Butterkipferl mit Polentacreme und Graved Lachs", "Melanzaniroulade mit feinen Bohnen", "Gebackene Hendl-Steinpilz-Krokette" und "Topfengratin mit Marillen" - alles sehr austro... Der Clou an den Rezepten bzw. den Fotos ist, dass jeder Tapasteller auf einem Glas mit dem dazu passenden Getränk dargestellt wird. Das Butterkipferl auf Wodka bzw. Gin, die Melanzaniroulade auf Rieslingsekt, das Hendl auf Grünem Veltliner und das Topfengratin auf Holundersekt. Na dann: Prost!











Hubert Obendorfer hat seit über 12 Jahren ein Hotel im bayrischen Neunburg vorm Wald. Der Titel "Küchenklassiker - neu interpretiert" sagt eigentlich schon ziemlich genau, worum es in diesem Buch geht: um internationale, deutsche und moderne (und seinen eigenen) Klassiker der Küche. Diese sollen aber nicht miefig und altbacken wirken, sondern quasi eine Frischzellenkur erhalten. Die Namen "Graved Lachs", "Coq-au-vin", "Hasenpfeffer", "Rostbraten Esterhàzy", "Crêpes Suzette" oder "Birne Helene" hat vermutlich jeder schon mal gehört - Hubert Obendorfer hat sie aber neu interpretiert und modernisiert; außerdem erfährt viel über die Geschichte der jeweiligen Gerichte. Die stylishen Fotos machen die Modernisierung komplett.









Bodenständig auf ganz andere Art ist Werner Tobler, der im schweizerischen Hochdorf sein Restaurant Braui hat. Sein Buch "Cuisinier" ist "eine Hommage an seine Produzenten, an all ihre wunderbaren Produkte und eine Huldigung an die Jahreszeiten" laut Verlagsseite. Das klingt nach schnödem Werbetext, passt aber voll auf's Buch. Werner Tobler kocht nach den Jahreszeiten und mit regionalen Produkten. Die Rezepte wirken eher simpel, aber die Raffinesse liegt im Detail: tolle Zutaten & gute Zubereitung. Die Foodfotos machen auf jeden Fall Appetit aufs Nachkochen.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Fundstück der Woche *hicks*





Heinz Erhardt hat es vorgemacht... "Immer wenn ich traurig bin..."
Und auch die Firma Underberg hatte es am liebsten, wenn ihr Hausmittel täglich konsumiert wurde (wird?). In dem kleinen Büchlein "Underberg ...weiß Rat" gibt es jedenfalls zahlreiche Tipps zur täglichen Anwendung. Der Untertitel ist allerdings eindeutig zweideutig, denn Underberg ist "ein nützlicher Helfer für die Hausfrau"... Das lass ich jetzt mal einfach so stehen. :-)



Das Büchlein beinhaltet hauptsächlich Kochrezepte, bei denen allerdings kein Underberg hinzugefügt wird. Selbigen trinkt man ja eher hinterher. Oder als Cocktail. Zum Beispiel ein Getränk namens "Neue Welt"; Zutaten: 1 Underberg, 1 Flasche Cola - na dann: Prost!
Der freundliche Hinweis "Täglich Underberg und Du fühlst Dich wohl!" ist übrigens auf ungefähr jeder dritten Seite zu finden. Heute ist von diesem Tipp aber nix mehr zu finden: *klick* (für alle über 18)


Als Absacker Digestif wird Underberg natürlich auch heute noch empfohlen. Dem folgenden Tipp von S. 57 wird allerdings wohl keiner mehr folgen:

Selbst Kinder kann man Underberg geben - natürlich in kleinen Mengen! Wie oft verderben sie sich den Magen! Auch hier hilft Underberg: Einige Tropfen, auf ein Stück Zucker gegeben, werden das Wohlbefinden schnell wieder herstellen.

Aber hat man früher nicht auch schreienden Kindern ein bisschen Schnaps ins Fläschen gegeben, damit die einschlafen?? Ich muss mal meine Oma fragen...

Neuer Stoff



Im Herbst fallen nicht nur die Blätter vom Baum, es kommen auch jede Menge Blätter in den Laden. Neue Blätter in Buchform und auch in Heftform. Zum einen die "relaunchten erneuerten Zeitschriften "Feinschmecker" und "Essen und Trinken". Dann gibt es - ganz neu und gedacht als Foodmagazin für Kerle - die Zeitschrift "Beef!" (mit Rufzeichen!) Das "Wurstspiel für Männer" fand ich auch als Mädchen ganz nett... Allerdings sind die Meinungen zu diesem neuen Magazin doch etwas gespalten - nachzulesen zum Beispiel hier oder hier










Aber auch was Bücher angeht, gibt es jede Menge neuen Lese- und Kochstoff:



Bei Hädecke gibt es eine neue Reihe "Kochen wie die Profis" - und passend zur Jahreszeit "Herbst- und Wintergemüse". Verschieden Köche, u.a. auch bekannte Namen wie Walter und Sascha Stemberg, Christian Rach oder Sante de Santis, präsentieren vielfältige Rezepte für Rosenkohl, Kürbis, Linsen, Grünkohl, Steckrüben, Wirsing, Maronen oder Mangold. Die Rezepte sind dabei so gut und ausführlich beschrieben, dass man sie eben auch als "Nicht-Profi" gut nachkochen kann. Und da es für jedes Rezept auch ein appetitliches ;-) Foto gibt, ist das "Wasser-im-Munde-zusammenlaufen" inklusive.











Ebenfalls eine Neuerscheinung aus dem Hause Hädecke ist das Buch "Im 7. Curryhimmel" von Bettina Matthaei. Schon optisch ist das Buch echt schön - mit curry-orangem Leinenrücken. Hier wird gezeigt, was mit Curry so alles mach- bzw. kochbar ist. Am Anfang erhält der Leser einen Überblick über die wichtigsten Zutaten (z.B. Ingwer, Kardamom, Pfeffer, Safran, Zimt, Galgant, Zitronengras) und dann geht es gleich los mit neun "himmlischen Currymischungen" zum Selbermachen und den Rezepten für Grüne und Rote Thaicurrypaste. Die restlichen rund 120 Seiten des Buches zeigen, was man alles mit Curry zaubern kann. Die Bandbreite der Rezepte ist international: da gibt's beispielsweise "Blini und Currylachstatar", "Curryhummus mit Apfel und Pappadamsprikle", "Tafelspitz mit geliertem Curryjus" oder "Trifle mit Currycrumble". Toll!








Um mal bei der Farbe und der Jahreszeit zu bleiben, hier noch ein Schmankerl für die Herbstküche: "Die Kürbis Küche" Der Autor Hans Peter Fink war schon als Kind fasziniert vom Kürbis - da wurde der Kürbis (laut Vorwort) aber eher zum Schnitzen oder Fußballspielen eingesetzt. Im Buch kommen diese Verwendungsmöglichkeiten aber nicht mehr vor - stattdessen gibt's Rezepte en masse. Interessant ist die Kürbis-Sorten-Übersicht am Anfang. Wer hätte gedacht, dass sich hinter Namen wie "Baby Boo", "Green Delicious", "Langer von Nizza", "Pink Banana" oder "Rote Warze" ganz einfach Kürbisse verstecken???
Da neben den Kürbi auch Melone und Zucchini zur Familie der Cucurbitaceae gehören, gibt es nicht nur Kürbisrezepte sondern eben auch welche mit Melone oder Zucchini. Nicht zu vergessen: Kürbiskerne und Kürbiskernöl. Die Rezepte umfassen Vorspeisen, Suppen, Risottos, Zubreitungen mit Lamm, Kalb, Rind & Geflügel, süße Mehlspeisen und Gebäck; außerdem gibt's auch Grundrezepte und Tipps zum Haltbarmachen & Lagern.
Fazit: Mit diesem Buch kommt man locker durch drei Herbste! (Hmm, gibt's überhaupt eine Mehrzahl von Herbst??)

Dienstag, 6. Oktober 2009

Geburtstagskuchen


Es ist zwar schon wieder ein paar Tage her, dennoch will ich es mir nicht nehmen lassen, hier meine beiden Geburtstagskuchen zu verewigen. :-) Verputzt bis auf den letzten Krümel sind sie zwar schon, aber vorausschauenderweise hab ich vor der Ankunft der "Familienbande" noch schnell zwei Fotos gemacht:

Das hier ist ein Herbstkuchen. Ein recht simples Rezept, aber saulecker. Der Rührteig wird mit Pflaumen, Apfel- und Birnenspalten belegt. Hinterher mit Apfelgelee (ich hab Quittengelee genommen) bestrichen und mit Hagelzucker bestreut. Legga!
Ein Pizzateller eignet sich übrigens prima als Tortenplatten-Ersatz... ;-)

























Ein bisschen aufwändiger war die Zubereitung der Cappuccino-Joghurt-Torte. Aber dank des tollen Tipps von der Kaltmamsell war die Fissel-Arbeit beim "Aus-eins-mach-zwei"-Tortenboden ein Klacks! Die Füllung bestand aus Joghurt, Sahne, ganz viel Gelatine und natürlich Cappuccino(-Pulver).












Die Rezepte habe ich übrigens vom guten alten Dr. Oetker - und zwar aus dem Büchlein "Landfrauen backen".

Mittwoch, 23. September 2009

Romantik pur


Hier ein kleiner Fund, den ich hier einfach präsentieren MUSS:

Gefunden in einem kleinen Büchlein, und zwar einem Reprint von "Die perfekte Köchin" (Maria Flint).
Ganz besonders reizend find ich dabei ja die herzigen i-Punkte...


Und ich dachte immer, dass gilt: "Wer sich nicht wehrt, endet am Herd." :-)